Marrakesch – 2. Tag – Madrasa, Hammam und lecker Essen

Hallo Ihr Lieben,

hier nun der zweite Teil meines Marrakesch-Reiseberichts. Nach dem aufregenden ersten Tag habe ich doch sehr tief und fest geschlafen bis morgens um ca. 5 Uhr lautstark zum Gebet gerufen wurde. Fenster zu oder Ohropax – wieder was gelernt.

Das Frühstück wurde uns um 9 Uhr auf unserer Dachterrasse serviert. Kaffee, warme Milch, frischer Orangensaft und der unvermeidliche Pfefferminztee. Brot, Gebäck, Butter, Marmelade und Honig. Also eher süß und offensichtlich französisch angehaucht saßen wir gemütlich da und genossen es, dass wir Anfang November bei sommerlichen Temperaturen draußen sitzen konnten. Herrlich.

Dann wollten wir aber ein bisschen Sightseeing machen, empfohlen wird überall die Madrasa Ben Youssef, eine alte Koranschule. Sie war in 5 Minuten zu Fuß von unserer Unterkunft zu erreichen. Ein guter Auslandsdatentarif und Google Maps sind generell aber hilfreich.

Die Madrasa ist wirlich wunderschön, Marmor, feine Stuckverzierungen und Holzschnitzereien. Auch die ehemaligen, zum Teil winzigen Studierzimmer kann man sich anschauen. Dort, wo heute die Besuchertoiletten sind, war früher das Hamam. Die Toiletten sind übrigens sauber.

Wir sind dann Richtung Süden geschlendert und haben im Café Kessabine am östlichen Ende des Djema el Fna eine kleine Pfefferminztee-Pause eingelegt. Saßen entspannt auf der Dachterrasse und haben das bunte Treiben unten beobachtet. Eselskarren, Taxis, Mopeds, Fußgänger in chaotischer Harmonie.

Dann einmal quer über den Platz, der auch tagsüber sehr belebt ist.

Am Südende des Platzes stehen viele Kutschen, mit denen man eine Stadtrundfahrt machen kann, haben wir uns aber gespart, die Füße waren ja noch frisch. Unser Ziel war die Koutoubia-Moschee und das dazugehörige Minarett, das Wahrzeichen von Marrakesch. Ihr seht es auch in meinem Teil 1 auf einem der Fotos, das ich von der Dachterrasse aus gemacht habe.

Leider kann man die Moschee als Nicht-Muslim nicht besichtigen und auch ein Aufstieg auf den Turm ist nicht möglich. Aber auch von außen sehr schön und beeindruckend.

Weiter ging es Richtung Süden zu den „Tombeaux Saadiens“, das sind Grabmäler der Sadier aus dem 16. Jahrhundert, die Sadier wiederum waren eine Herrschersippe.

Die Mausoleen und Grabmäler sind außergewöhnlich gut erhalten und vermitteln einen guten Eindruck mittelalterlicher Kunst dieses Landes. Sollte man sich anschauen. Allerdings war es an den schmalen Eingängen, durch die man schauen und fotografieren kann, doch etwas voll und drängelig. Man kann aber auch einfach durch den Garten schlendern und die etwas weniger beachteten Gräber bewundern.

Der Eingang liegt übrigens etwas versteckt an der westlichen Seite der Moschee Moulay El Yazid, wir haben zumindest etwas gesucht. Vielleicht waren wir aber nur abgelenkt durch die vielen singenden und total disziplinierten Schulkinder, die in den Nationalfarben gekleidet unterwegs waren. Habe das dann nachgelesen, hing mit einem Feiertag zusammen, dem „Green March Day“.

In einem Restaurant gegenüber der Moschee haben wir dann zu Mittag gegessen und zwar eine echte Spezialität, Zitronenhühnchen mit Oliven in der Tajine zubereitet. Butterzart und superlecker. Und von der Dachterrasse auch noch einen herrlichen Blick. Kann man nicht meckern. (Restaurant Andalouse an der Rue de la Kasbah).

Eigentlich wollten wir auch noch zum Königspalast, aber dann wurde doch die Zeit knapp, da wir einen wichtigen Termin hatten. Wir hatten nämlich schon aus Deutschland einen Termin im luxuriösen Hammam de la Rose vereinbart. Und da unsere Füße jetzt doch etwas müde wurden, haben wir ein Taxi genommen. Die Taxis sind zum Teil recht klapprig, als ich mich vorne anschnallen wollte, hat mich der Fahrer förmlich ausgelacht. Anschnallen müsse man sich hier nicht und der Gurt wäre eh kaputt. Nun gut, deutsches Sicherheitsbedürfnis über Bord geworfen und kulturell anpassen.

Aber vielleicht noch was zum Taxifahren: die haben auch einen Taxameter an Bord, aber empfohlen wird (und es macht auch viel mehr Spaß), vorher einen Festpreis zu verhandeln. Der Preis, den wir genannt bekamen, war allerdings in meinen Augen so gering, dass es mir fast peinlich war, zu verhandeln. Hab ich aber aus reiner Höflichkeit und kultureller Anpassung gemacht. Und siehe da, erwartungsgemäß haben wir uns in der Mitte getroffen und zackzack waren wir am Hammam.

Entspannen und schwitzen auf dem heißen Stein, detoxen in Ghassoulschlamm und dann wurde man mit einem Peelinghandschuh am ganzen Körper abgerieben bis man keine Haut mehr am Körper hatte. Haare waschen und duschen und schon wurden wir mit Arganöl eingerieben und in dicke Bademäntel gehüllt. Und was gabs dann im Ruheraum? Pfefferminztee 🙂

Hach, das war schön.

Zu unserem Riad war es von dort nicht weit und so schlenderten wir unter einem herrlich blauen Himmel zurück und legten auf unserer Dachterrasse noch ein bisschen die Füße hoch.

Außerdem mussten wir noch Pläne machen für das Abendessen. Nach dem alkoholfreien Vorabend (auf dem Djema el Fna gibt es meines Wissens keinen Alkohol, zumindest habe ich keinen gesehen) wollten wir unbedingt in ein Restaurant, in dem auch Wein serviert wird. Gesagt – gesurft – gefunden. Und auf ging es mit Hilfe von Google Maps quer durch die Medina (aber diesmal um den Souk herum, damit wir uns nicht wieder verlaufen) zum Restaurant Le Foundouk. Ein Schild hing da zwar nicht an der Tür, aber davor stand ein finsterer Typ, der uns auf unser Verlangen hin die Tür öffnete und wir waren in diesem wunderschön eingerichteten Restaurant. Erstmal in die Bar auf einen Aperitif (war übrigens ein Mosquito, hatte noch nicht genug von der frischen Minze) und schon wurden wir auf die Dachterrasse an unseren Tisch geführt. Ausblick hat man zwar nicht, aber die Terrasse ist wunderschön mit Pflanzen, Brunnen und Lichtern dekoriert und man sitzt direkt unter den Sternen, ein Traum. Das Essen war köstlich und es gab Wein! Für marokkanische Verhältnisse ist das Restaurant ziemlich teuer, für rheinländische Verhältnisse fand ich es ok und durchaus angemessen, weil es wirklich sehr lecker war und der Service ganz ausgezeichnet. Jedenfalls hatten wir einen tollen Abend. Nicht nur wegen des Alkohols.^^

Diesmal haben wir uns auf dem Rückweg auch nicht verlaufen und kamen ohne die Hilfe von Straßenkehreren zurück in unser Riad. Saßen noch ein bisschen auf der Terrasse und haben in die Sterne geguckt, bevor wir ins Bett gegangen sind.

Hier gehts zu Tag 1.

Seid gespannt auf den nächsten Teil 🙂

Alles Liebe

Julia

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